Im
Folgenden möchte ich mich der Schnittstelle von Theater
und Internet annähern, um die Frage, welchen Sinn ein
Chattheater" macht, zu beleuchten.
Erika Fischer-Lichte
definiert in ihrem dreibändigen Werk, Semiotik
des Theater" die Existenz von Theater
folgendermaßen.
Theater
reduziert auf seine minimalen Voraussetzungen, bedarf
(also) einer Person A, welche X verkörpert,
während S zuschaut. Um nun X darzustellen, nimmt A
ein bestimmtes Äußeres an und agiert auf
bestimmte Weise in einem bestimmten Raum."
Wenn ich den Versuch
unternehme, Chat" als das theatrale Genre des
Internets zu verstehen, so wie ich vielleicht andere
Möglichkeiten des Internets als epische" oder
lyrische" Genres verstehen kann, so bin ich in zwar in
der Lage, die Ähnlichkeiten eines Internetusers A1, der
vor S1, X1 darstellt, zu den realen Personen A, S und X der
oben genannten Definition herzustellen, komme aber nicht um
die Tatsache herum, dass A1 nicht in der Lage ist, etwas zu
verkörpern, denn eine Verkörperung kann nur
leibhaftig funktionieren. Genausowenig sind A1 und X1 in der
Lage, sich in einem bestimmten materiellen Raum gleichzeitig
aufzuhalten, und dieser wäre nach der Definition von
Erika Fischer-Lichte für das Funktionieren von Theater
im Sinne des Verkörperns" ebenfalls zwingend
notwendig. Das bedeutet, dass sich Theater und Internet
grundsätzlich gegenseitig ausschließen. Ist das
Eine anwesend, muss das jeweils Andere
gezwungenermaßen abwesend sein. Und alle Versuche,
diese Ausschließlichkeit zu überwinden,
erscheinen mir von vorneherein zum scheitern
verurteilt.
Mancher mag diese
Betrachtung für kleinkariert halten, ist es doch nur
ein Wort, welches uns hindert, offensichtliche
Ähnlichkeiten miteinander zu verknüpfen.
Selbstverständlich ist es möglich, Theater ins
Internet zu übertragen. Aber was kommt dabei heraus?
Ich erinnere mich schon mit Grausen an Stundenlange
Videoaufzeichnungen von Theaterinszenierungen. Wenn ich im
Fernsehgerät einen Palast anschaue, der im Theater
steht, dann weiß ich doch, dass der Fernseher einen
Palast bis ins Ehebett des Königs ohne Theater sehr
viel besser darstellen kann als mit.
Oder soll ich mir anschauen,
wie Schauspieler auf der Bühne sitzend miteinander
chatten? Ich halte chatten für so spannend, dass ich es
lieber selbst tue, als anderen dabei zuzuschauen. Und selbst
wenn mir die Direktion des Theaters einen Laptop auf den
Schoß setzt, ich chatte lieber alleine, denn meine
Ansprechpartner sitzen dann nicht neben mir oder auf einer
Bühne sondern eben im Chat.
Eine noch kompliziertere
Anordnung wären Schauspieler auf der Bühne, die
von Chattern angewiesen werden. - Ein interessanter Ansatz,
aber immer wieder stelle ich mir vor, wie ich als Zuschauer
S mehrere As beobachte, die verzweifelt versuchen, die X1
der A1 als X zu improvisieren, was wieder zu den A1 die
jetzt als S1 fungieren, übertragen werden müsste.
Noch besser, wenn ich wieder den berühmten Laptop der
Theaterdirektion auf dem Schoß hätte. Jetzt
würde aus S ein A1, der X1 überträgt, um als
S1 das Ergebnis von A als X als A1 als X1 generiert von S,
zu betrachten. Jeder Spielfluss wäre unterbrochen, die
Improvisation nie in der Lage eine schauspielerische Tiefe
zu erreichen, eine Handlung ließe sich flüssig
nicht erzählen und ich als Zuschauer würde mich
auf Dauer doch wieder zu Tode langweilen.
Und selbst für ein erklärtes Improvisationstheater
wäre das Internet kein geeignetes Mittel, denn dieses
lebt ja gerade davon, dass Zuschauer, die von der
Atmosphäre des Saals beseelt sind, ihre Begriffe
spontan auf die Bühne werfen...
Das Besondere am Theater in
Bezug auf andere Medien wie TV, Film, Radio oder eben
Internet ist gerade, diese gezwungenermaßen vorhandene
Körperlichkeit" der Agierenden, wie auch der
Rezipienten. Und gerade dieser Begriff ist es, der die
Konfrontation zweier Medien, die sich wegen dieses Begriffes
gegenseitig ausschließen, interessant werden
läßt.
Zu diesem Zwecke möchte
ich mich vorerst mit der Verbindung zwischen Theater und
Chat auf einer Ebene auseinandersetzen, bei der die Frage
nach der Körperlichkeit" vorerst keine Rolle
spielt. Damit meine ich die Betrachtung des Dramas, welches
ja schon vor der theatralen Umsetzung existiert. Und ganz
bewusst, um die Trennlinie zwischen Theater und Internet so
klar wie möglich darzustellen, möchte ich mich mit
der Definition des Dramas der Neuzeit" nach Szondi
auseinandersetzen, die wir heute wohl als klassisches"
Theater, also als eine historische Reinkultur von Theater
verstehen.
In seinem Buch,
Theorie des modernen Dramas" versucht Peter Szondi,
ausgehend von einer Definition des Dramas der Neuzeit, das
in der Renaissance entstand, eine Beschreibung des modernen
Dramas, bzw. dessen Krise, indem er das Drama der
Neuzeit mit verschiedenen Dramenformen zwischen 1880 und
1950 vergleicht. Er teilt diese Dramenformen in die
Krise des Dramas" (Ibsen, Tschechow, Strindberg, Maeterlinck
und Hauptmann), Rettungsversuche" (Naturalismus",
Konversationsstück, Einakter und Enge und
Existentialismus), sowie Lösungsversuche"
(Ich-Dramatik, Politische Revue [Piscator], Episches
Theater [Brecht], Montage [Bruckner], Spiel
von der Unmöglichkeit des Dramas [Pirandello],
Monologue interieur [O`Neill], Episches Ich als
Spielleiter [Wilder], Spiel von der Zeit
[Wilder] und Erinnerung [Miller])
ein.
Einhergehend mit dem Zerfall
des mittelalterlichen Weltbildes (Die Taten des Menschen
sind alle Gottgegeben, er selbst ist nicht Schöpfender
sondern Ausführender), geht der Mensch seit der
Renaissance gleichsam als Mitmensch in das Drama ein. Das
Wesentliche ist die Sphäre des >Zwischen<, die
wichtigsten Bestimmungen Freiheit und Bindung",
Wille und Entscheidung" (vorher: Bezug auf
Gott).
Der >Ort< der
dramatischen Verwicklung ist der Akt des Sich
Entschließens". Wie wir auch bei Hebbel nachlesen
können, tritt der Mensch als Individuum mittels eines
Entschlusses zur Tat in Erscheinung, die Mitwelt wird so auf
ihn bezogen, bekommt dramatische Funktion (Entstehung
Held/Antiheld).
Durch die alleinige
Wiedergabe des zwischenmenschlichen Bezuges, wird alles, was
außerhalb dieses Enschschlusses zur Tat liegt,
ausgeschlossen, muss dem Drama fremd bleiben.
Das wären nach Szondi z.B. das
Unausdrückbare", die verschlossene Seele",
die dem Subjekt bereits entfremdete Idee, sowie das
Ausdruckslose, die Dingwelt, wenn sie mit dem
zwischenmenschlichen Bezug" nichts zu tun
hat.
Das sprachliche Mittel ist
der Dialog. Er wird zum alleinigen Bestandteil des Dramas,
da nur der Dialog in der Lage ist, die zwischenmenschliche
Aussprache, darzustellen. Das Drama ist also nach Szondi,
eine in sich geschlossene, aber freie und in jedem
Moment von neuem bestimmte Dialektik". Daraus ergeben sich
mehrere Bedingungen für das Drama der
Neuzeit:
- Das Drama ist
absolut. Es kennt nichts außer
sich.
- Der Dramatiker ist im
Drama abwesend. Er spricht nicht, sondern stiftet
Aussage, die im Drama gesprochenen Worte sind allesamt
Ent-schlüsse", sie beziehen sich aus einer
Situation heraus, nehmen weder erklärend Bezug, noch
sprechen sie innerseelische Zustände aus. Der Autor
selbst tritt nicht in Erscheinung.
- Das Verhältnis
zwischen Drama und Zuschauer ist ebenfalls absolut.
Der Zuschauer wird nicht angesprochen, er wohnt
lediglich der dramatischen Aussprache bei". (Seine
totale Passivität hat aber (darauf beruht das
dramatische Erlebnis) in eine irrationale Aktivität
umzuschlagen: Der Zuschauer war, wird in das dramatische
Spiel gerissen, wird selber Sprechender (Wohlverstanden
durch den Mund aller Personen).")
- Die adäquate
Bühnenform ist die sogenannte
Guckkastenbühne Sie hat keinen Übergang zum
Zuschauerraum, hebt sich ab, wird erst bei Beginn des
Spiels sichtbar, also existent, und entzieht sich mit
Aktschluss dem Blick des Zuschauers.
- Die gleiche
Absolutheit gilt für den Bezug des Schauspielers zur
Rolle, dieser Bezug darf nicht mehr sichtbar sein,
Schauspieler und Dramengestalt müssen sich zum
dramatischen Menschen vereinen.
Unter diesen Aspekten geht
Peter Szondi nun einen Schritt weiter und formuliert die
Absolutheit des Dramas an sich,
folgendermaßen:
Das Drama ist
primär. Es ist nicht die (sekundäre)
Darstellung von etwas (Primären), sondern stellt
sich selber dar, ist es selbst. Seine Handlung wie auch
jede seiner Repliken ist >ursprünglich<, wird
in ihrem Entspringen realisiert."
Daraus ergibt sich die
dramaturgische Forderung nach der Einheit der Handlung.
Dasselbe gilt für den Zeitablauf. Da das Drama
primär ist, muss die Zeit jeweils die Gegenwart bzw.
der Zeitablauf eine absolute Gegenwartsfolge sein.
Vergangenheit und Zukunft liegen außerhalb des Spiels.
Eine Zerrissenheit der Szenen, wie auch ein Zeitsprung
wäre gegen das Prinzip der Einheit der Zeit"
gerichtet.
Die dritte dramaturgische
Forderung richtet sich nach der Einheit des Ortes,
jeder Szenenwechsel unterbricht die dramatische Szene, setzt
ein episches Ich voraus und verhindert so die oben genannten
Einheiten, wie die Forderung nach der Absolutheit des
Dramas. Jeder Szenenwechsel unterbricht das
Drama.
Am Schluss des Kapitels
bemerkt Peter Szondi:
Die Ganzheit
des Dramas schließlich ist dialektischen Ursprungs.
Sie entsteht nicht dank dem ins Werk hineinragenden
epischen Ich, sondern durch die je und je geleistete und
wieder ihrerseits zerstörte Aufhebung der
zwischenmenschlichen Dialektik, die im Dialog Sprache
wird. Auch in dieser letzten Hinsicht also ist der Dialog
Träger des Dramas. Von der Möglichkeit des
Dialogs hängt die Möglichkeit des Dramas
ab."
Ich möchte mich nun von
der Frage nach der Krise des Dramas und den verschiedenen
Versuchen, dieser Krise Herr zu werden, wegbewegen und die
oben beschriebenen Kategorien der Kommunikation im
Internetchat gegenüberstellen.
Ausgehend von der Existenz
einer virtuellen" Welt können wir feststellen,
dass im Moment des Betretens eines Chats ein Raum entsteht,
der von den einzelnen Usern definiert wird. Darunter
verstehe ich nicht, dass sich die Chatter auf einen
bestimmten Raum einigen, der ein Abbild einer realen Welt
darstellt. Der Ausruf eines Chatters, dass er sich nun im
Wald befindet, kann zwar von den anderen Chattern
aufgenommen werden. Spätestens, wenn ein neuer Chatter
hinzukommt, der nichts vom Wald weiß, wäre diese
Illusion als gemeinsame Absprache zerstört. Der
bestimmte Raum beschränkt sich lediglich auf die
Tatsache, dass mehrere Chatter verschiedene Seiten mittels
den Ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, die Erzeugung
von Buchstaben, Wörtern, Sätzen, herstellen. Der
entstehende Raum besteht also lediglich aus Text, der von
verschiedenen Usern generiert wird und den Zweck verfolgt,
Informationen auszutauschen.
Das Wesentliche ist wie im
Drama der Neuzeit auch im Chat die Sphäre des
>Zwischen<, die auf dem Entschluss zur Tat,
nämlich zum Gespräch mit anderen, beruht. Der Ort
der >dramatischen< Verwicklung, anders gesagt, des
Konflikts, ist auch im Chat der Akt des sich
Entschließens" ... hat er den Entschluss gefasst,
beginnt der Chatter zu schreiben und macht so auf sich
aufmerksam. Seine Mitwelt, die anderen Chatter lesen das von
ihm Geschriebene und nehmen darauf Bezug... auch ein
Ignorieren des Geschriebenen wäre im Übrigen eine
Bezugnahme. Die Mitwelt bekommt also die Funktion der
Bezugnahme auf den Einzelnen.
Da ein Chat lediglich in der
Lage ist, den zwischenmenschlichen Bezug wiederzugeben, wird
auch im Chat alles, was außerhalb dieses Entschlusses
zur Tat liegt, ausgeschlossen, muss ihm fremd
bleiben.
Wie im Drama wären das
das Unausdrückbare" (was nicht mittels der
Buchstaben auszudrücken ist, muß außen vor
bleiben), die verschlossene Seele (zwar ist ein Chatter als
Lyriker vorstellbar, er würde aber
erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit den Unmut der
anderen Chatter hervorrufen, bzw. sie würden ihn aus
reiner Unwissenheit unterbrechen, da sie ja nicht wissen
können, wie lange er noch einen lyrischen Satz nach dem
anderen abschickt. Setzt er sein Gedicht auf einen Satz ab,
wäre der Bildschirm schnell gefüllt, und das
Geschriebene noch schneller verschwunden, da die anderen
Chatter ja auch mitschreiben.). Die dem Subjekt
bereits entfremdete Idee": - auch ein Vortrag über
etwas ist kaum vorstellbar, da ja auch hier andere User
existieren, die ihren Kommentar dazugeben wollen, das
Sprechen über etwas dient also auch immer nur dem
Zweck, die Kommunikation mit anderen herzustellen. Und
besonders markant, die Dingwelt, die in einem virtuellen
Raum per se keinen Platz finden kann.
Wie im Drama ist auch im
Chat das einzige sprachliche Mittel der Dialog. Ein Monolog
würde dem Wesen des Chats noch viel weniger
entsprechen, als dem Drama, andere Formen, wie Chor, Epilog
etc, sind ebenfalls auszuschließen. Mittels dieser
Argumentation, im Chat geht es immer um die Sphäre des
Zwischen und das kommunikative Mittel ist der Dialog,
können wir Peter Szondi folgend auch behaupten, dass
der Chat eine in sich geschlossene, aber freie und in
jedem Moment von neuem bestimmte Dialektik" darstellt.
Genauso wie das Drama ist also auch der Chat absolut und
kennt nichts außer sich. Chat bezieht sich nicht auf
etwas Außenstehendes sondern existiert lediglich durch
die einzelnen User, die Ihn unter der Motivation,
miteinander zu kommunizieren generieren. Genauso kann man
also auch behaupten, dass Chat primär ist, also
nicht die (sekundäre) Darstellung von etwas
(Primären). Chat stellt sich also selbst dar, ist
er selbst. Seine Handlung, wie auch jede seiner Repliken ist
>ursprünglich<, wird in ihrem Entspringen
realisiert.
Neben der hier aufgestellten
Forderung nach einer Einheit der Handlung sind auch die
Forderungen nach Einheit von Zeit und Ort
übertragbar.
Der Ablauf von Zeit ist immer eine Gegenwartsfolge,
Vergangenheit und Zukunft tauchen immer im Sinn von warum
(Vergangenheit) und wozu (Zukunft) handle ich jetzt.... also
in der Gegenwart auf. Beim Ort spitzt sich das Ganze sogar
noch stärker zu. Selbst wenn wir uns vorstellen, dass
die einzelnen Autoren/chatter beschließen jetzt in den
Wald zu gehen, sind es nicht die eigentlichen Autoren, die
das beschließen, sondern die Figuren des Chats, die
sich an einem gemeinsamen, zwar virtuellen, aber doch
bestimmten Ort vorstellen, sie seien jetzt im Wald. Sie
imaginieren also, daß sie sich jetzt im Wald befinden,
haben den virtuellen Ort aber nicht verlassen. Angenommen,
sie verabredeten sich in einem realen Wald, dann wäre
Chat in dem Moment beendet, in dem sie alle gemeinsamen den
virtuellen Ort Chat verlassen, um sich auf den Weg in den
realen Wald zu machen.
Es ist also festzustellen,
dass Chat schon qua seiner Eigenschaften prädestiniert
erscheint, die Funktion des von einem Autoren produzierten
Dramas zu übernehmen. Aber nicht nur das!
Der traditionelle Autor muss
einen Entschluss fassen, wie er seinen Stoff verarbeitet.
Steht dieser Entschluss, sollte er sich den Regeln
unterwerfen, bzw. sich der jeweiligen bewusst sein, die das
gewählte Genre vorgibt. Dass bezüglich des Dramas
viele moderne Autoren ihr eigenes Regelwerk nicht
beherrschen, läßt sich leicht an den vielen
schlecht geschriebenen zeitgenössischen
Theaterstücken ablesen.
Wenn ich einen Chat betrete,
unterwerfe ich mich von vornherein den oben ausführlich
beschriebenen Bedingungen. Das bedeutet, dass ich als Autor
nicht über die dramatische Form nachzudenken habe, sie
ergibt sich von selbst.
Das bedeutet auch, dass es
plötzlich unproblematisch möglich wird, eine
dramatische Form von mehreren Autoren gleichzeitig
herstellen zu lassen. Und auch diese Möglichkeit wird
zur Bedingung, denn ein Chat, in dem sich ununterbrochen nur
eine Person aufhält, ist kein Chat. An dieser Stelle
kommt eine der besonderen Bedingungen der
Internetkommunikation zum tragen.
Die Auseinandersetzung mit
diesen Bedingungen erscheint mir im übrigen zwingend
notwendig, wenn ich mich mit der Verknüpfung von
Internet und Theater auseinandersetze. Das würde aber
an dieser Stelle den Rahmen meiner Darstellung
sprengen.
Aus der Sicht des
Theaterproduzierenden, gilt es nun, die per se "dramatische"
Form "Chatten" auf der Bühne umzusetzen und auf diese
Weise Ähnlichkeit und Unterscheidung zwischen realer
und virtueller Welt darzustellen und zu
untersuchen.
Die vielen Probleme und
Herausforderungen und damit verbundenen neuen
Bedeutungsweisen kann ich an dieser Stelle ebenfalls nicht
in der eigentlich notwendigen Ausführlichkeit
darstellen. Das meiste liegt auch noch im Dunkeln und wartet
auf Entdeckung, da wir uns ganz am Anfang einer Entwicklung
befinden, die Form des "Miteinanderschreibens" ist dem
Menschen erst seit ca. zwanzig Jahren bekannt.
Ich bin mir aber sicher,
dass Chattheater in der Lage ist, zu unterhalten, auf
spannende Art zu erzählen und schließlich
heutigen Umgang zwischen Menschen wiederzuspiegeln. Und
welchen anderen Zweck hatte und hat Theater seit seiner
Entstehung bis Jetzt!?
InterSzene
/ 14.-16. 7. 2000 /
Romainmôtier
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